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Editorial Virginia Nr. 64 (Frühjahr 2019)

 

Liebe Leserinnen,

Viele hatten den Paragrafen 218 bereits vergessen, schienen doch Abtreibungen inzwischen legal zu sein. Aber wie jetzt überdeutlich wurde, gibt es diesen Paragrafen nach wie vor im Strafgesetzbuch. Ebenso wie den Paragrafen 219, der Werbung verbietet, und unter den anscheinend auch reine Information fällt. Wie wichtig dieses Thema nach wie vor ist, zeigt sich in der Rezension der beiden Bücher dazu in dieser Ausgabe.

Ohnehin steht die Auseinandersetzung mit wichtigen politischen Fragen an, wie sich an einigen Rezensionen in dieser Ausgabe zeigt. Nicht nur, was die Abtreibungsfrage betrifft, sondern auch, was beispielsweise Mietmutterschaft angeht, eine Praxis, die gegen zahlreiche Gesetze verstößt. Dass sie in Deutschland verboten ist, besagt wenig, die Wege ins Ausland sind kurz. Einen wichtigen Denkansatz zur politischen Situation liefert Jessa Crispin, die aufzeigt, wie dringend wir ein Umdenken und eine vollkommen neue Weltsicht brauchen. Wichtig ist dabei aber immer auch ein Blick zurück auf feministische Vorgängerinnen. Diesmal werden beispielsweise die Autobiografie von Vera Brittain und ein Buch über die Frauen des Jahres 1919 besprochen. Andere Rezensionen führen nach Japan, Vietnam, Nigeria und Argentinien.

Die Virginia-Redaktion beschränkt sich nach wie vor nicht auf einen Lebensentwurf und unterstützt die Aktionsbündnisse Verlage gegen Rechts, das sich gegen rassistisches, antifeministisches und homofeindliches Gedankengut einsetzt, und #unteilbar für eine solidarische Gesellschaft. Seit vielen Jahren versuchen wir mit unserer Zeitschrift, die Perspektiven von Frauen in allen möglichen Ländern zu beleuchten und Frauen in den Mittelpunkt zu stellen sei es historisch oder aktuell, Perspektiven, die im Mainstream selten wenn überhaupt wahrgenommen werden. Es gibt nach wie vor sehr viel(e) zu entdecken und sehr viel zu diskutieren, wie sich auch an den Rezensionen in dieser Ausgabe wieder zeigt.

Gratulieren möchten wir diesmal ganz herzlich der feministischen Sprachwissenschaftlerin Senta Trömel-Plötz, die maßgeblich zur Thematisierung von Frauen und Sprache beigetragen hat, zu ihrem 80. Geburtstag!

Hinweisen möchten wir auch auf den Indiebookday, der in diesem Jahr am Samstag, den 30. März 2019 stattfindet. Diese seit 2013 existierende Initiative soll dazu anregen, an diesem Tag in eine Buchhandlung zu gehen, ein Buch aus einem unabhängigen Verlag zu kaufen und es unter dem Hashtag #indiebookday in den sozialen Netzwerken zu posten. Und wir finden natürlich, dass es auf jeden Fall das Buch einer Autorin sein sollte. Nicht alle der hier rezensierten Bücher sind aus Indie-Verlagen, aber doch ein hoher Prozentsatz, da es uns wichtig ist, auch auf Titel aufmerksam zu machen, die nicht von den Mainstream-Medien besprochen werden.

Viel Spaß beim Lesen!